Die Sache mit der Polarität

10155201_628305817248228_2622890498814650862_nWie kommt es, dass mein Partner genau das tut, was ich gar nicht mag?
Obwohl er/sie doch schon längst wissen müsste, dass ich es gar nicht mag, wenn ….. !

Und warum, lernt er/sie nicht, Dinge so zu tun, wie ich sie mache?
Mir kommt vor je mehr ich mich bemühe, umso vehementer mach er/sie es grad anders.

Wie kommt es, dass gerade das, was wir am anderen zu Beginn oft spannend und anziehend gefunden haben, mit der Zeit zu einem ewigen Streitpunkt wird?

Alle diese Umstände und Verhaltensweisen haben mit einem Grundgesetz der Welt zu tun: der Polarität

Von jedem Ding gibt es zwei Seiten.
Autonomie und Verbundenheit.
Chaos und Ordnung.
Individualität und Gleichheit.
Neuerung und Beständigkeit.
Freiheit und Notwendigkeit.
Um nur einige Beispiele zu nennen.

Besonders in Diaden – also einem System aus zwei Menschen strebt die Polarität immer nach einem Gleichgewicht zwischen den beiden Polen.

Es braucht für ein vollständiges Leben auch immer beide Seiten. Keine ist besser, oder schlechter, als die andere.
Nur wir finden uns meist auf einer Seite wohler, als auf der anderen.

Und hier fangen die Kalamitäten an.
Denn je mehr wir einen Teil der Polarität aus uns verbannen, desto größer ist die oft unbewusste Ausgleichstendenz im anderen.

Und je negativer wir eine Seite bewerten, desto dringlicher wird die Aufwertung auf der anderen Seite werden.

Besonders tückisch ist es, wenn wir uns eine Seite gar nicht erlauben. Denn was wir in uns verbannen, kommt uns im Außen unweigerlich entgegen. Wir erzeugen es selbst.

Wer immer gut, rücksichtsvoll und nachsichtig ist, erzeugt einen Tyrann.

Wer immer ordentlich, bemüht und pflichtbewusst ist, erzeugt einen Chaoten.

Wer immer verfügbar, verbunden und bereit ist, erzeugt Distanz im anderen.

Wer immer egoistisch, autonom und selbstbezogen ist, erzeugt Abhängigkeit im anderen.

Wer immer zurückgezogen, abgegrenzt und abgewandt ist,
erzeugt Übergriffigkeit im anderen.

Der einzige Weg unseren Partner dazu zu bringe, Dinge und Verhaltensweisen zu unterlassen, die wir ablehnen,
ist sich die verleugneten und verdrängten Polaritäten zurück zu erobern und zu erlauben.

Nicht: was du nicht willst, dass andere tun, das tue selbst nicht.
Sondern: was du nicht willst, dass andere tun, das tue selbst.

 

Text: Sonja Ebner
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